Samyang 8mm f/2,8 UMC FISH-EYE vs. Sony 16mm f/2,8 (SEL16F28) + Fisheye-Konverter (VCL-ECF2)

15.11.2016 15:08

Fisheye-Objektive sind in der konventionellen Fotographie nicht sehr weit verbreitet und viele Fotographen finden die starke Verzeichnung meist störend als interessant. In der Unterwasserfotographie sieht das wieder anders aus, da gehört ein Fisheye zu den Standardlinsen jedes ambitionierten Fotographen, denn hier fällt die Verzeichnung fast gar nicht auf. Ich fotographiere seit 2012 mit einer spiegellosen APS-C-Kamera von Sony unter Wasser, deshalb stand dann auch bald die Anschaffung eines Fisheyes für das System an und da gab es zwei Optionen. Entweder das 16mm Pancake mit Konverter von Sony oder ein 8mm Fisheye von Samyang. Zur Schande von Sony gibt es für das E-mount-Bajonett und APS-C-Sensoren nur eine sehr geringe Zahl an exzellenten Linsen von Sony, deshalb bin ich mittlerweile vollkommen auf Dritthersteller umgestiegen (Stand 2016).

Handling

Sowohl das Samyang, als auch das Sony sind aus Metall gefertigt, nur die fix eingebaute Gegenlichtblende ist bei beiden aus Plastik. Von der Verarbeitung wirkt das Samyang doch um einiges massiver und robuster. Beide Objektive sind innenfokusierend und auch beim Objektivbajonett bewegen sich keine Linsen, dadurch kann Staub schwerer eindringen. Keines der zwei Objektive ist spritzwasser- und staubgeschützt, das wäre auch bei dem Preis nicht zu erwarten. Da das Samyang ein komplett manuelles Objektiv ist, besitzt es einen Blendenring, der bei jeder 1/3-Blende einrastet.

Mit den Front- und Rückdeckeln sind die beiden Objektive etwa gleich groß, das ändert sich aber sofort, wenn man diese abnimmt. Das Samyang ist dann fast um einen knappen Zentimeter kürzer. Auch im Durchmesser gibt es Unterschiede, denn hier ist das Samyang schlanker.

Konzept

Bei dieser Kategorie geht es mir primär um die Ideen, welche beim Entwickeln der Objektive umgesetzt worden sind. Das Samyang ist ein rein manuelles Objektiv, ohne Kontakte zur Kamera und besitzt einen Fokus- und einen Blendenring. Es wurden keine besonderen Extras verbaut, lediglich die Frontkappe besitzt einen besseren Haltemechanismus. Bei der Sony-Kombination kann man das Konzept deutlich erkennen. Einerseits hat man ein natives 16mm Objektiv, andererseits kann man sehr einfach mittels Konverter ein Ultraweitwinkel- oder Fisheye-Objektiv (VCL-ECU1/2 oder VCL-ECF1/2) bekommen, ohne die Blende von 2,8 zu verlieren.
 
Noch ein kleiner Hinweis zu den Sony-Konvertern, die Version 1 und 2 sind optisch ident, es hat sich nur die Gehäusefarbe geändert.
 
 

Auflösung

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AutoFokus

Hier geht der Punkt an Sony, da Samyang bei dem Objektiv keinen Autofokus verbaut hat. Bislang hatte ich keine Probleme mit dem Autofokus, er ist relativ schnell und zuverlässig.
Wenn man aber kein Problem mit manuellem Fokussieren hat, ist das Samyang die bessere Wahl, da hier der Fokusring direkt übersetzt ist und nicht elektronisch wie beim Sony. Generell ist der Fokusring beim Samyang angenehmer zu drehen, und leistet meiner Meinung nach genau den richtigen Wiederstand, als der des Sonys. Überhaupt bei Fisheyeobjektiven kann man auf den Autofokus verzichten, da hier die Schärfentiefe schon bei Blende 2,8 sehr groß ist. Bei Blende 11 und einem eingestellten Fokus von 0,4m ist alles ab 8cm von der Sensorebene scharf. Da die spiegellose Kameras von Sony die Kantenanhebung unterstützen ist manuelles Fokussieren bei allen Brennweiten ein Kinderspiel.
 
 

Chromatische Aberrationen, Lensflares und vignettierung

Chromatische Aberrationen sehe ich persönlich als nicht so tragisch an, da man sie meistens in der Nachbearbeitung relativ leicht entfernen kann. Doch je weniger von Haus aus sichtbar sind, desto beser ist das natürlich. Hier ist das Samyang dem Sony um Welten überlegen, denn das Sony hat bei jeder Blende sehr stark ausgeprägte rosa Kanten, die doch relativ störend werden können. Auch beim Samyang sind chromatische Aberrationen sichtbar, jedoch sind diese viel schwächer ausgeprägt und nicht so störend wie beim Sony.
 
Lensflares sind mittlerweile ein sehr wichtiges Kriterium für mich, da ich oft bei Sonnenuntergang gegen die Sonne oder in der Nacht Städte fotographiere und da kann es schon passieren, dass ein schlechtes Objektiv ein Foto ziemlich ruinieren kann. Auch hier kann das Fisheye von Samyang punkten, da es nur sehr wenige Flares zeigt (ich kenne kein Fisheye, welches komplett resistent gegenüber Flares ist, vor allem da man meistens immer die Sonne iregndwo im Bild hat). In dem Punkt merkt man eine der Schwachstellen von der Sony-Kombination, da hier neben den üblichen Flares auch grüne Kreise, die den gesamten Bildausschnitt ausfüllen, entstehen können. Ein kleiner Trost für das Sony sind die schöneren Sonnensterne bei kleineren Blenden, da es 7 Blendenlamellen gegenüber von 6 des Samyangs hat.
 
Wenn es um die Vignettierung geht, sind beide Linsen in etwa gleich auf, das Samyang hat eine Spur weniger. Abblenden bewirkt hier viel, denn ab Blende 8,0 ist kaum mehr etwas von der Randabdunklung wahrnehmbar. Das Sony hat hier den Vorteil, dass man die Vignettierung in Lightroom und ähnlichen Programmen herausrechnen kann.
 
 

Fazit

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Testbilder

Schlussendlich noch ein paar Informationen zu den Testbildern: Die Kamera war eine Sony Nex 5N und wurde auf einem Stativ verwendet. Der Iso-Wert wurde auf 100 gesetzt und der Selbstauslöser auf 10 Sekunden.

Samyang-Sony-Fi sheye.zi p (102884429)